Urlaub in Noosa oder sorgenfrei sein unter Palmen

Australiens Küste ist gesäumt von wundervollen Stränden und atemberaubender Natur. Wahrscheinlich ist letztere nirgendwo sonst auf der Erde so schön und gleichzeitig so gefährlich – Buchten mit weißem Sand und türkisblauen Wasser liegen hier nur wenige Meter entfernt von steilen Felsklippen, an denen gewaltige Wellen zerbersten.

Ein klassisches Beispiel für dieses Zusammenspiel zweier Welten ist Noosa. Der Ort liegt an der ostaustralischen Sunshine Coast im Bundesstaat Queensland und verkörpert den australischen Traum, wie kein anderer. Hier trifft Jetset auf Ursprünglichkeit, ein tropischer Palmenstrand geht in meterhohe Klippen über und die Pflanzen- und Tierwelt sowie die Zivilisation vollführen eine einzigartige Koexistenz. Hast du erst einmal einen Fuß in dieses Paradies gesetzt, wirst du es wahrscheinlich nie mehr verlassen wollen. So wie ich. Denn in Noosa kannst du allen Sorgen entfliehen und einmal so richtig runterkommen. Die Australier machen hier einen noch fröhlicheren und entspannteren Eindruck als sonst – alles kann, nichts muss, scheint das Motto zu sein.

Begleite mich auf meiner Reise und lass sich vom Zauber dieses Fleckchens Erde anstecken.

Blick auf den Noosa River

Anreise an die „Sonnenscheinküste“

Deine Eingangspforte ins Paradies ist der Flughafen in Brisbane. Hier landen die meisten Touristen die Noosa und die Sunshine Coast besuchen. Für die Fortsetzung der Reise empfielt sich ein MietwagenDas Auto ist bereits von zuhause aus buchbar und kann gleich nach deiner Ankunft am Flughafen im gegenüberliegenden Parkhaus abholt werden. So bist du flexibel und kommst am schnellsten voran. Ich war eine Woche lang mit einem Geländewagen von Avis unterwegs und sehr zufrieden. Allerdings herscht in Australien Linksverkehr. Du solltest also lieber mit etwas mehr Vorsicht in das Abenteuer Highway starten. 

In Australien heißt es Achtung Linksverkehr

Die Fahrt dauert, je nach Verkehrslage, etwa zwei Stunden und die Strecke ist angenehm und einfach zu fahren. Noosa selbst besteht aus mehreren kleinen Orten, die sich zum großen Ganzen zusammenfügen. Die für dich interessantesten sind Noosaville, Noosa Sound, Noosa Heads und Noosa Junction. Von diesen Vieren ist Noosa Heads der Zentralste. Hier findest du auch den Hauptstrand des Ortes, den Noosa Main Beach. Für eine Unterkunft in dieser Gegend spricht die Lage, allerdings liegen die Preise für diese meist über jenen in den anderen Vierteln. Alternativ bietet sich auch der nahegelegene Küstenort Sunshine Beach an.

Ich selbst habe mich für ein Appartment an der Grenze zwischen Noosaville und Noosa Sound entschieden. Vom „At the Sound“ sind es zu Fuß nur wenige Minuten bis zu den vielen guten Restaurants am Noosa River. Den Main Beach erreichst du in etwa 20 Minuten. Die Unterkunft wird von einem Ehepaar geführt, welches sehr zuvorkommend und hilfsbereit agiert, Unternehmungen und Ausflüge für die Gäste arrangiert und Restauranttipps gibt.

Am Noosa River warten vorzügliche Restaurants wie das Wood Fire Grill…
…..oder das Noosa Boat House

Urlaub unter Palmen

Dieser Idealvorstellung vom Strandurlaub wird der Noosa Main Beach wirklich gerecht. Das hier ist wirklich Postkartenidylle – feinster, hellgoldener bis weißer Sand, türkisblaues Wasser und das alles eingerahmt von Palmen und anderen tropischen Gewächsen. Als das Tüpfelchen auch dem i geht der Strand im Osten in die den Regenwald des Noosa Nationalparks über. Das eine solche Idylle ganzjährig zu bereisen ist, macht den Ort und die gesamte Sunshine Coast einzigartig. Anders als an vergleichbaren Orten anderswo auf der Welt, bleibt Noosa von der Regenzeit größtenteils verschont. Das Klima ist das ganze Jahr über ausgeglichen, im australischen Sommer zwischen Dezember und März aber sehr schwül.

Karibikfeeling pur am Noosa Main Beach

Unter diesen Voraussetzungen kannst du dich jetzt in die badewannenwarmen Fluten stürzen oder ganz entspannt am Strand den Sonnenanbetern anschließen. Dir ist das auf die Dauer zu langweilig? Dann führt dich dein nächster Weg wahrscheinlich direkt zum Surfclub, wo du die Möglichkeit hast, Surfboards und Stand up Paddle Boards zu mieten. Beides ist ein Vergnügen – vorausgesetzt du bringst genügend Respekt vor der Strömung und dem Wellengang mit. Die Lifeguards sehen vielleicht sexy aus, sind es dann aber trotzdem nicht wert, dich in Gefahr zu bringen. 

Am Main Beach warten neben Badefreuden aber auch Gaumenfreuden auf dich. Ein kulinarisches Highlight direkt am Strand ist das Restaurant Bistro C. Willst du hier zu Abend essen, ist eine Reservierung, und das am besten schon am Vortag, Pflicht. Es zahlt sich aber definitiv aus. Die Speisekarte ist italienisch angehaucht und bietet einen Querschnitt der modernen australischen Küche mit einem Schwerpunkt auf Fischgerichte. Besonders zu empfehlen sind die frittierten Calamari und die Spaghetti mit Meeresfrüchten. Beide Gerichte gehören zu den Klassikern des Lokals und werden seit Jahrzehnten nach dem gleichen Rezept zubereitet. 

Essen mit Ausblick gibt es im Bistro C
Berühmt ist das Lokal vor allem für seine frittierten Calamari

Bummeln in der Hastings Street

Gleich hinter dem Noosa Main Beach befindet sich die Hastings Street. Hier findest du viele Boutiquen, die bekannte und weniger bekannte australische Marken führen. Von Strand- bis zur Abendkleidung, inklusive aller dazugehörigen Accessoires, ist wirklich alles dabei und ein kleiner Shoppingbummel zahlt sich definitiv aus.
Den Platz in den Erdgeschössen der Gebäude teilen sich die Boutiquen mit einer Vielzahl von Cafes, Restaurants und Bars. In den Obergeschossen finden sich zumeist Hotels der gehobenen Preiskategorie. Ja hier wird der vorhandene Platz bis in den letzten Winkel genutzt, denkst du dir wahrscheinlich, denn die Hasting Street ist an sich gar nicht besonders lang.

Um das Verlangen nach einem leckeren Chiapudding zu stillen, kehrst du am besten ganz am Anfang der Straße im Aromas Noosa ein. Dieser ist dort nämlich besonders lecker und auch der Cappuccino weist einen, für australische Verhältnisse, sehr gelungenen Milchschaum auf. Außerdem kannst du von hier das bunte Treiben in der Straße gut beobachten.

Chiapudding schmeckt nirgendwo so gut wie im Aromas Noosa

Für alle ansässigen Gewerbetreibenden gilt: Qualität ist ein wichtiges Kriterium und Touristenfallen findet man kaum. Noosa wird nicht zu unrecht häufig als das „australische St. Tropez“ bezeichnet, denn auch die Prominenz steigt hier gerne ab. Und diesem Vorurteil werden auch die Betriebe gerecht. Das führt zwar zu etwas höheren Preisen, die Qualität rechtfertigt diese aber auch. Miteingeschlossen ist auch das Verkaufs- und Servicepersonal, welches sehr freundlich und zuvorkommend ist.

Wandern im Noosa National Park

Mehr als eine Million Besucher wandern jährlich durch den beliebtesten Nationalpark Queenslands. Es gibt fünf Wanderwege, die durch dichten Urwald, zu fast unberührten Traumstränden, an steilen Abhängen entlang und zu wundervollen Aussichtspunkten führen. Die atemberaubende Natur ist ein ständiger Begleiter auf deinem Weg. Was hier fehlt, sind die gefürchteten australischen Gifttiere wie Schlangen und Spinnen. Du brauchst also keine Expeditionsausrüstung um deine Wanderung zu starten.

Atemberaubende Natur erwartet dich im Noosa Nationalpark

Startpunkt für alle Touren ist das östliche Ende des Main Beach und es empfiehlt sich wirklich den ganzen Park zu erkunden. Dafür startest du mit Tour 4, dem Coastal Track, der dich fast die gesamt Küstenlinie des Nationalparks entlang führt. Was da natürlich nicht fehlen darf, sind malerische Strände und Buchten, welche direkt zum Schwimmen und Verweilen einladen. Heiße Tipps sind Little Cove und Tea Tree Bay, wo sich auch das Meer durchwegs von seiner  freundlichen Seite zeigt und der Wellengang sich in Grenzen hält. Beide Strände befinden sich gleich zu Beginn des Wanderweges.

Nach dem Tea Tree Bay geht die Strandlandschaft in Steilklippen über und du genießt eine traumhafte Aussicht über die Weiten des Ozeans. Über steile Wege kannst du zu verschiedenen Stränden, wie beispielweise zu dem bei Surfern beliebten Granite Bay, hinabsteigen. Vorsicht ist dabei aber geboten, denn das Meer kann hier je nach Witterung sehr ungemütlich werden.

Der Granite Bay ist beliebt bei Surfern

Den östlichsten Punkt des Parks bildet das Hells Gate. Höllisch sind hier aber nur die Wellen die hunderte Meter unter dir gegen die Felswand schlagen. Du genießt dagegn einen atemberaubenden Weitblick. Besuchst du den Park zwischen Juni und November ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du vom Hells Gate aus Zeuge der Wanderung der Buckelwale wirst. Etwa 2000 davon schwimmen im australischen Winter, von den kalten Gewässern der Arktis, Richtung Äquator.

Ausblick vom Hells Gate

Wenn du Richtung Süden blickst, entdeckst du gleich den nächsten schönen Strand – Alexandria Bay. Dieser ist mehrere Kilometer lang und dazu fast menschenleer. Hier entlang zu gehen ist ein besonderes Feeling. Allerdings ist es nicht sehr empfehlenswert sich in die Fluten zu stürzen, denn der Wellengang ist sehr stark und mit dem Wasser werden auch Quallen angespült. Ruhe findest du hier aber zu genüge.

Am Alexandria Bay trifft man nur wenige Besucher
Juhuu, ein Strand für dich alleine

Etwa in Strandmitte biegst du auf die Tour 5, den Alexandria Bay Track, ab und läuftst durch den Wald weiter bis zum Sunshine Beach. Diese Wildnis ist der Lebensraum vieler seltener Tierarten, wie etwa den putzigen Koalas. Einen solchen erspähst du allerdings nur mit viel Geduld und etwas Glück.

Sunshine Beach

Mit deiner Ankunft am Sunshine Beach endet dein Abenteuer Nationalpark. Doch auch der „Sonnenscheinstrand“ ist durchaus einen Besuch wert. Die Wunderlandschaft aus weißem Sand und blauem Wasser scheint endlos zu sein und zieht sich rund 20 Kilometer in Richtung Süden. Besonders Einheimische schätzen diesen Strand und Surfer kommen bei den hohen Wellen voll auf ihre Kosten.

Der Sunshine Beach scheint endlos
Hier findest du eine traumhafte Fotokulisse vor

Am besten spazierst du den Strand ein gutes Stückchen entlang bis du zu dem von Rettungsschwimmern bewachten Strandteil gelangst und gehst von dort aus hinauf in den Ort Sunshine Beach. Im Jam Cafe kannst du dich mit einer leckeren Müslibowl stärken bevor es per Bus zurück nach Noosa Heads geht.

Frühstück im Jam Cafe

Ausflugstipps

Neben Noosa selbst, bietet auch das Umland unzählige Attraktionen, die es zu entdecken gilt. Leider ist die Urlaubszeit fast immer zu kurz, um das volle Repertoire an Möglichkeiten auszuschöpfen. Einige Optionen habe ich aber nachfolgend für dich aufgelistet:

Tagesausflug nach Fraser Island

Fraser Island gilt als die größte Sandinsel der Welt. Ja, die Insel besteht wirklich ausschließlich aus Sand. Durch das beginnende Pflanzenwachstum, und die daraus resultierende Verwurzelung, wurde aus einer Sandbank eine florierende Vegetation. Diese steht unter strengem Naturschutz und wurde 1992 zum UNESCO Weltnaturerbe erklärt.

In Noosa starten mehrere Touren nach Fraser Island (mehr Infos findest du hier), die je nach Art und Dauer, preislich sehr unterschiedlich sind. Ein Tagesausflug mit einer Reisegruppe in einem Geländebus startet bei etwa 180 AUD. Dieser beginnt mit einer Fahrt über den 50 Kilometer langen Sandstrand des Great Sandy National Parks nördlich von Noosa. Am Ende dieses Küstenabschnitts erwartet dich der Badestrand Rainbow Beach, wo der Bus für gewöhnlich auch eine Pause einlegt, damit du ein wenig die Gegend erkunden kannst. Später setzt du etwas weiter nördlich mit der Fähre nach Fraser Island über.

Der Rainbow Beach in den Morgenstunde
Geländebus der Fraser Island Tour

Über den 75 Mile Beach, praktisch die Autobahn der Insel, geht die Fahrt weiter. Hier ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du einen Dingo, einen australischen Wildhund, erblickst. Diese sind hier nämlich sehr verbreitet. Später führt die Tour ins Landesinnere und an der einzigen Siedlung der Insel, einem Vier-Sterne-Öko-Resort, vorbei in einen der wenigen subtropischen Regenwälder der Erde. Inmitten der Pflanzenpracht wurde ein Lehrpfad geschaffen, der Besuchern die Besonderheiten des Waldes näher bringen soll. Auch hier legt die Tagestour einen Stopp ein.

Das Highlight bleibt aber der Besuch des Lake McKenzie, der gerne als das „schönste Swimmingpool der Welt“ bezeichnet wird. Der See verzaubert durch seine intensiv blaue Farbe und dem schneeweißen Sandstrand, der ihn umgibt. Im grellen Licht der Sonne leuchten die Farben von Wasser und Strand so intensiv, dass dir deine Augen schmerzen. Eine Sonnenbrille solltest du deswegen unbedingt dabei haben. Der See ist die einzige empfehlenswerte Bademöglichkeit auf der Insel, denn die Haie und Krokodile, die das Meerwasser bevölkern, sind nicht unbedingt die angenehmsten Badegefährten.

Blick auf den Lake McKenzie
Silizium sorgt für die weiße Farbe des Sandes

Reittouren um den Lake Weyba

Das Reitrevier Nummer eins der Region ist der malerische Lake Weyba im Noosa National Park. Je nach Können kannst du aus verschiedenen Angeboten wählen. Vom gemütlichen Ausritt durch das Buschland um den See, bis zum stürmischen Galopp durch das Wasser, ist alles dabei. Auch komplette Reitanfänger sind willkommen. Die Pferde sind auf solche Neulinge geschult und trotten ganz gemütlich hinter dem Tourleiter her. Ein Ausflug hoch zu Ross eröffnet eine ganz neue und einmalige Möglichkeit, die Schönheiten des Nationalparks zu entdecken. Wenn du außerdem genug Reiterfahrung hast, um dir das Traben und Galoppieren durch den See zuzutrauen, wirst du eine ganze neue Art des Ganzkörpertrainings erleben. Versprochen.

Am besten du buchst die Reitausflüge während deines Aufenthalts in Noosa und Umgebung per Telefon oder in deiner Unterkunft. Die Preise für einen zwei stündigen Ritt beginnen bei etwa 90 AUD. Die Reitausrüstung steht vor Ort zur Verfügung (mehr Infos findest du hier).

Durch den Lake Weyba zu reiten ist ein Erlebnis

Handwerk und Streetfood auf den Eumundi Markets

Jeden Mittwoch- und Samstagmorgen findet in dem kleinen Städtchen Eumundi der beliebsteste Markt der Region statt. Hier wird so ziemlich alles angeboten – Obst, Gemüse, Kleidung, Kunst, Unterhaltung und natürlich ganz viel Essen. Wobei die Preise, speziell im Kunstsegment,  meist überhöht sind und man ein Kenner sein muss, um zwischen Touristenabzocke und wirklicher Qualität unterscheiden zu können. Gute Angebote findest du dagegen bei den Obst- und Gemüseständen. Und eine Ananas vom Markt in Australien trennen geschmacklich einfach Welten, von einer Ananas aus einem europäischen Supermarkt. Als Streetfoodfan kommst du hier voll auf deine Kosten und kannst dich an unzähligen Ständen durch eine Vielzahl von internationalen Köstlichkeiten durchkosten. 

Bunt ist das Treiben am Eumundi Market

Hier gibt es für jeden Geschmack das richtige Streetfood

Der Markt im Landesinneren ist mit dem Auto von Noosa aus in etwa 30 Minuten zu erreichen. Du solltest dir auf jeden Fall den ganzen Vormittag für den Ausflug einplanen, denn die Anzahl von Marktständen in Eumundi scheint schier unendlich zu sein. Auch wenn du bereits Stunden auf dem Gelände verbracht hast, wirst du immer wieder neue Ecken mit unbesichtigten Firanten entdecken.

Die Stadt Eumundi erinnert an eine Westerncity die man in den Dschungel verpflanzt hat

Letzte Tipps

Deinen Urlaub in Noosa solltest du im besten Fall nicht über die Weihnachts- oder Osterferien planen. Zu dieser Zeit ist der Ort einfach zu überfüllt und die Preise in den Unterkünften und Restaurants überdurchschnittlich hoch.
Viele nützliche Informationen findest du auch auf der offiziellen Homepage des Urlaubsortes.

Alles für die Reiseplanung nach Australien, wie etwa die Visabestimmungen, findest du in meinem Artkel „Sydney für Anfänger“. 
Wenn du Lust auf mehr Australien hast, empfehle ich dir meine Sightseeingtour durch Sydney.

Noch Fragen oder Anregungen? Dann schreib mir einfach. Ich freue mich über jedes Feedback.

Deine Claudiabella <3

 

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