Sydney erleben – eine Kennenlerntour

Irgendwo muss man immer beginnen. Sonst würde es ja nie einen Anfang geben. Und dann gibt es den Punkt, an dem man einen Schlussstrich ziehen muss. Beides kann eine Herausforderung sein. Besonders, wenn man einen Artikel über die schönsten Seiten Sydneys verfassen will. Einer Stadt, wie ich sie wahrscheinlich entwerfen würde, wenn ich könnte.

Hmm, du siehst ich bin etwas ratlos. Mein Kopf ist voll von Bildern und Anekdoten. Es ist ein richtiges Chaos. Ordnung muss her und zwar schleunigst. Vielleicht wäre es nun Zeit für einen Perspektivenwechsel. Wo würdest du beginnen, wenn du aufbrichst, um Sydney zu erleben?

Der ideale Ausgangspunkt

Der Tag ist noch jung und die Temperaturen angenehm, wenn du aus der Bahn am Circular Quay aussteigst. Der zentrale Verkehrsknotenpunkt direkt am Hafen ist der ideale Ausgangspunkt für deine Erkundungstour durch die City. Von hier aus fahren Busse, Züge und Hafenfähren in alle relevanten Stadtteile und Vororte. Schon unmittelbar nachdem du aus dem Zug gestiegen bist, genießt du den freien Blick auf zwei der wohl bekanntesten Wahrzeichen von Sydney – der Harbour Bridge im Westen und dem Opera House im Osten. Wobei das mit dem freien Blick ein wenig übertrieben ist, da vor der Harbourbridge ein riesiges Kreuzfahrtschiff ankert. Trotzdem ist die Atmosphäre gewaltig. Jetzt hast du wirklich das Gefühl in der Stadt angekommen zu sein.

Blick vom Circular Quay auf den Hafen

Voller Vorfreude verlässt du den Bahnhof. Vor den Fährablegestellen tummeln sich bereits Passanten. Es ist ein buntes Völkchen aus allen Herren Länder, Einheimische, sowie Touristen. Um deren Kunst buhlen eine Vielzahl von Straßenkünstlern. Vom Akrobaten, über den Musiker, bis hin zum Pantomimen ist alles dabei. Du hast heute aber nur einen kurzen Blick für sie übrig und spazierst am Wasser entlang in Richtung Sydney Opera House. Kurz bevor du dein Ziel erreichst, machst du Halt, um dich im Portobello Caffe mit einem ausgiebigen Frühstück für den Tag zu stärken. Bei dem Panoramablick schmecken das Rührei und der Obstsalat auch gleich viel besser und du kannst es verschmerzen, dass der Capuccino mehr oder weniger einfach ein Kaffee mit viel Milch ist. Milchschaum wird ja sowieso überbewertet, denkst du dir bevor du deine Tour fortsetzt.

Frühstück im Portobello Caffe

Opera House und Royal Botanic Gardens

Nun erhebt sich vor dir das Sydney Opera House mitsamt seinem weltberühmten Muscheldach aus weißen Keramikfliesen. Das Gebäude gehört zu den modernen architektonischen Weltwunder, im Jahr 2009 erhob es die UNESCO in den Rang eines Weltkulturerbes. Dabei war das Gebäude bei Beginn seiner Errichtung im Jahr 1959 mehr als umstritten – die ursprünglichen Baukosten von 7 Millionen AUD kletterten bis zur Fertigstellung auf 102 AUD.

Das Sydney Opera House in all seiner Pracht
Das Bauwerk wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt

Nachdem du das Opera House umrundet und bestaunt hast, gehst du über den Eastern Boardwalk weiter zu den Royal Botanic Gardens. Die grüne Lunge der Stadt bietet unzähligen Tier- und Pflanzenarten ein zuhause und ist natürlich der ideale Ort für einen Spaziergang unter schattenspendenden Palmen. Der Kontrast zwischen der grünen Parklandschaft und der Skyline im Hintergrund sorgt für einzigartige Kulisse. Du spazierst gemächlich durch das weitverzweigte Wegnetz und bestaunst dabei die Vielzahl an dir unbekannten Vogelarten.

Die Royal Botanic Gardens – grüne Parklandschaft vor pitoresker Syline

Nach den ganzen gelaufenen Kilometern im Park hast du nun richtig Lust auf eine Erfrischung. Zum Glück wartet Sydney auf der Ostseite des Parks mit einem beliebten öffentlichen Schwimmbad auf – dem Andrew (Boy) Charlton Pool. Das kühle Wasser tut dir jetzt so richtig gut und bei einem Smoothie hast du im Anschluss daran auch die Gelegenheit den weiteren Tagesablauf zu planen.

Ein Smoothie mit Hafenblick genießt du im Cafe oberhalb des Andrew Boy) Charlton Pools

Shoopingfreuden entlang der George Street

Jetzt zieht es dich wieder retour durch die Royal Botanic Gardens und am Palm House, dem ersten gläsernen Gewächshauses Australiens, vorbei zum Conservatorium of Music. Von hier aus gehts für dich gerade aus, die Bridge Street entlang, in die Innenstadt. Nun säumen Hochhäuser anstelle der Palmen deinen Weg und es herrscht ein geschäftiges Treiben. Die arbeitende Bevölkerung begeht gerade die Lunchtime und die Imbisse sind allerorts gut gefüllt. Bei der Kreuzung mit der George Street biegst du links ab und spazierst diese architektonisch sehr bunte Straße hinauf Richtung Town Hall.

Das Conservatorium of Music
In der Downtown

Im Gehen überlegst du dir, was du von dieser unkonventionellen Mischung an Baustilen halten sollst. Viktorianische Prachtbauden und moderne Glasbunker wechseln einander ab. In machen Fällen hat man mit dem Laufe der Zeit auch die Baustile mehrerer Epochen in einem kombiniert. Während die ersten Etagen, also der Grundstein des Gebäude, im viktorianischen Stil gehalten ist, wurde irgendwann Mitte des vorigen Jahrhunderts eine Etagen im Stahl-Beton-Look ergänzt. Den Abschluss bilden weitere in den letzten Jahren hinzugefügte und völlig verglaste Stockwerke. Nein, so etwas hast du davor wirklich noch nie gesehen.

Aber das Äußere der Gebäude ist so oder so weniger interessant, als ihr Inneres. Denn an der Gorge Street reiht sich eine Designerboutique an die andere. Du verspürst riesige Lust dir etwas zu gönnen, aber leider war die Reise nach Australien alleine schon teuer genug. Trotzdem schaust du im Queen Victoria Building vorbei. Das 1898 errichtete Gebäude wurde immerhin zum schönsten Einkaufszentrum der Welt erklärt. Und schon in der Eingangshalle wird dir klar: Hier lässt es sichs aushalten. Schließlich reiht sich ein Stand mit zumindest sehr fotogen wirkenden Essen an den nächsten. Aber du verspürst gerade nicht den größten Hunger und bist motiviert mit deiner Besichtigungstour weiter zu machen. Das Queen Victoria Building beherbergt immerhin fast 200 durchwegs edle Boutiquen und lässt jedes Nostalgikerherz höher schlagen. Aber irgendwann hast auch du genug vom Bummeln durch die Geschäfte und möchtest wieder Meeresluft spüren.

Einblicke in das Queen Victoria Building
Hier kannst du definitiv hungrig werden

Koalas treffen in Darling Harbour

Über die Market Street gehst du nun Richtung Darling Harbour. Dieser Stadtteil ist noch recht jung. Erst vor rund 30 Jahren wurde aus dem ehemals heruntergekommenen Hafenviertel ein hochmoderner Freizeitkomplex, bestehend aus Restaurants, Souvenirshops, Museen und Tierparks. Ein besonderer Besuchermagnet ist der Komplex in dem das Sydney Sea Life Aquarium, der Sydney Wildlife Zoo und MadameTussauds untergebracht sind. Du bist doch etwas überrascht, dass sich hier ein Zoo befinden soll, denn eigentlich bist du nur von Asphalt und Glas- Boton-Bauten umgeben.

Flanieren am Darling Harbour

Du würdest gerne Wissen, was hinter diesem Zoo im Betonbunker steckt und stellst dich in die Schlange an der Kasse. Das Eintrittsticket ist mit 45 AUD nicht gerade ein Schnäppchen. Da du unbedingt auch einmal einen Koala ganz nahe kommen willst, zahlst du gleich nocheinmal 25 AUD für dieses „Koalameeting“ drauf. Naja, da bist du einmal gespannt, ob sich das rentiert.

Tatsächlich befinden sich in dem Gebäude Tiere, obwohl man das von außen nicht wirklich erahnen kann. Auf einem zwei Kilometer langen Rundweg kommst du an Gehegen mit allerlei exotischen Lebewesen vorbei. Von den berühmten Giftschlangen, über die tasmanischen Teufel und Wombats, bis hin zu den Krokodilen und Kängurus – hier ist alles vertreten, was in der australischen Tierwelt Rang und Namen hat. Trotzdem kann dich der Zoo nicht wirklich begeistern.  Die Gehege der Tiere sind sehr klein und du bezweifelst, dass der viele Rummel gut für sie ist. Größere Käfige und ein natürlicherer Lebensraum (es befindet sich praktisch nichts direkt an der frischen Luft) würde den Bedürfnissen der Tiere sicher mehr entsprechen. Am Ende deines Rundganges triffst du dann endlich auf die süßen Koalas. Deine 25 AUD bringen dir ein putziges Erinnerungsfoto mit ihnen.  Um dieses Geld hättest du dir schon irgendwie mehr erwartet.

Känguru im Sydney Wild Life Zoo
Um 25 AUD kommst du diesen putzigen Koalas ganz nahe

Nach der Enttäuschung im Zoo zieht es dich über die Pyrmont Bridge auf die andere Seite des Hafens. Im Seafood-Lokal Blue Fish stärkst du dich mit einer Portion „Fish and Chips“. Schließlich wurde das Lokal schon als das beste „Fish and Chips“- Lokal Australiens ausgezeichnet. Der Fisch kommt direkt vom naheliegenden Fischmarkt und die Pommes haben fast den Durchmesser von Wedges. Alles in allem also ein guter Eindruck. Du bist aber froh, dass der Essig zum Essen dazugereicht wird und der Koch sich nicht schon selbst damit ausgetobt hat. Einem in Essig aufgeweichten Fisch-Pommes-Gemisch kannst du nämlich nicht wirklich etwas abgewinnen. So mundet das Essen und du bist zufrieden.

Blick von der Pyrmont Bridge
Im Blue Fish soll es angeblich die besten „Fish and Chips“ der Stadt geben

Wo alles begann

Nach dieser schweren Mahlzeit tut Bewegung gut. Du gehst die Sussex Street, die später zur Hickson Road wird, entlag und achtest dabei darauf, dich immer auf der schattigeren Straßenseite zu bewegen. Nach einem hübschen Stückchen Fußweg kommst du beim Lord Nelson Hotel, dem ältesten Pub von Sydney, an. Seit 1841 werden hier durstige Gäste, mit den in der hauseigenen Brauerei gebrauten Bieren, versorgt. Das Durchkosten ersparst du dir aber lieber, denn Alkohol und Tropenhitze vertragen sich deiner Erfahrung nach nicht sehr gut miteinander. Für Bierliebhaber ist im Lord Nelson Hotel bei Biersorten, vom Bock- bis zum Weizenbier, sicher etwas dabei.

Das Lord Nelson Hotel ist der älteste Pub Sydneys
Hier können sich Bierliebhaber richtig austoben

Entlang der Argyle Street spazierst du mitten in das historische Zentrum von Sydney, The Rocks, genannt. Hier wurde Ende des 18. Jahrhunderts der Grundstein für die heutige Millionenstadt gelegt. Die Kolonialbauten von einst sind teilweise noch erhalten und touristentauglich renoviert. Du lässt dich einfach ein wenig treiben und schlenderst durch die Gassen. In diesem Viertel gibt es eine Vielzahl an historischen Pubs und Kneipen, die sich mit Restaurants, Boutiquen australischer Labels und Souvenirshops abwechseln.

The Rocks ist das historische Zentrum Sydneys

Langsam geht der Tag zu Ende und diese Tatsache findest du nicht einmal so übel. Denn, The Rocks ist auch in den Abend- und Nachtstunden noch sehr lebendig. In vielen Lokalen gibt es Lifemusik und die Australier lieben das gesellige Zusammensein und lassen sich gerne von einem Pub in den nächsten treiben. Dabei sind sie auch sehr gesprächig und so wirst du sofort in Gespräche verwickelt und hast die Möglichkeit, auf diese Art und Weise auch dein Englisch ein wenig auf Vordermann zu bringen.

Auch nachts ist hier viel los

Weil Feiern und Alkohol bekanntermaßen auch hungrig machen, kehrst du irgendwann im Australian Heritage Hotel ein. Dieses Traditionslokal ist berühmt für seine sehr australischen Pizzen, die mit Emu-, Känguru oder Krokodilfleisch belegt sind. Das musst du gleich einmal kosten. Da du diese außergewöhnlichen Fleischsorten noch nie gegessen hast, bestellst du, quasi als Lebensversicherung, schließlich verhungerst du gleich, einen Quinoasalat mit dazu. Aber die Sorge ist unbegründet, denn zumindest das Emufleisch schmeckt ziemlich gut. Känguru ist da schon etwas gewöhnungsbedürftiger.

Australische „Spezialpizza“ im Australian Heritage Hotel

Im schönsten Cafe der Stadt

Eine erholsame Nachtruhe hättest du dir auch anders vorgestellt. Aber es nun einmal Sommer und selbst nachts sinken die Temperaturen zu dieser Zeit nur knapp unter die 30 Grad Marke. Du willst dir die Urlaubsstimmung nicht vermiesen lassen und beschließt den fehlenden Schlaf mit einem guten Frühstück und einer Portion Koffein zu kompensieren.

Dich zieht es dafür vom Circular Quay aus Richtung Westen, zum Museum of Contemporary Arts. Im vierten Stock des Gebäudes befindet sich das MCA Cafe, welches größtenteils komplett verglast ist und somit einen wunderbaren Panoramablick über den gesamten Hafen zulässt. Während du auf dein Frühstück wartest, lässt du deinen Blick zwischen dem Opera House und der Harbour Bridge hin- und herschweifen. Dein Essen schmeckt auch vorzüglich. Für den leichten Start in den Tag ist ein Birchermüsli oder eine Hummusvariation mit Fladenbrot ideal. Wer es deftiger mag, greift zur australischen Platte. Zum Nachtisch gibt es leckere Kuchen und Muffins. Die Portionen sind für australische Verhältnisse, und im Anbetracht der Location, ziemlich günstig und machen absolut satt.

So sieht wohl die perfekte Frühstückslocation aus
Im MCA Cafe genießt man einen perfekten Blick über den Hafen…
….und leckeres Essen

Ein Ausflug nach Manly

Der letzte Funke Müdigkeit ist mit dem Frühstück verflogen und du kehrst zum Circular Quay zurück. Dort besteigst du die Hafenfähre Richtung Manly. Die Fahrt kostet 7 AUD und du kannst sie bequem mit deiner Opal Card bezahlen. Der Blick auf auf den Hafen, die Harbour Bridge und die Skyline von Sydney ist von nirgendwo schöner, als von der Fähre aus. Während das Boot gemütlich aus dem Hafen tuckert, genießt du den wunderbaren Blick auf die City, die immer kleiner und kleiner wird.

Den schönsten Blick auf Sydney genießt man vom Wasser aus

Nach 35 Minuten erreichst du Manly. Der Strandvorort überzeugt mit seinem Flair und zieht besonders an den Wochenenden viele Gäste an. Von der Fähranlegestelle aus ist es nur kurzer Weg zum Hauptstrand. Du überquerst die Straße direkt vor dem Ausgang und schlenderst eine mit Palmen gesäumte Shoopingstraße entlang deinem Ziel entgegen.

Der Strand ist kilometer lang und goldgelb. Die Sonne strahlt vom Himmel auf dich herab und spiegelt sich im Azurblau des Meerwassers wieder. Es ist einfach perfekt. Wie sehr hast du dich doch schon darauf gefreut, endlich wieder den Sand unter deinen Füßen zu spüren. Du bist dir aber nicht so sicher, ob du den Sprung ins kühle Nass wagen sollst, denn der Wellengang ist zum Teil schon recht kräftig. Schließlich getraust du dich doch bis zu den Knien ins Wasser. Du willst ja schließlich nicht als wasserscheu gelten.

Traumhaften gelbgoldenen Sand findest du in Manly

Später spazierst du noch Richtung Süden den Panoramaweg zum North Head entlang. Eine angenehme Meeresbrise weht dir durch die Haare und die Wellen schlagen gegen die Felsen. Die Siedlung, die hier in den Hügel zu deiner Rechten gebaut wurde, ist fast schon zu klischeehaft australisch, um wahr zu sein. Knapp vor der Bucht Shelly Beach liegt das Cafe The Bower, wo du unter einem Sonnenschirm Platz nimmst. natürlich erste Reihe, Meerblick inklusive. Hier gibt es neben gutem Kaffee auch richtig leckere Apfel-Zimt-Muffins. Diese werden noch warm serviert und zergehen förmlich auf deiner Zunge. Du bist dir sicher: So einen guten Muffin hast du noch nie gegessen.

Eine australische Siedlung wie aus dem Bilderbuch
Die wahrscheinlich besten Muffins der Welt gibt es im Cafe The Bower

Noch mehr Strand

Du hast noch nicht genug von den Beachvibes? Zum Glück gibt es in Sydney und Umgebung mehr als nur einen Strand und so steigst du nach deiner Rückkehr zum Circular Quay gleich in die nächste Bahn Richtung Town Hall. Dort steigst du um und nimmst die Linie Richtung Bondi Junction. Dort angekommen, heißt es wieder umsteigen und zwar in einen Bus, der dich schlussendlich zum berühmten Bondi Beach bringt.

Der Bondi Beach gilt als Inbegriff der australischen Lebenskultur

Seitdem das Surfbrett in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts seinen Weg nach Australien fand und damit den Grundstein für die australische Lebensphilosophie und Strandkultur legte, ist der Bondi Beach zum Inbegriff des australischen Strandes aufgestiegen. Der Strand gehört zu Sydney, wie Geschenke zu Weihnachten und gilt als Geburtsstädte der unterschiedlichsten Subkulturen. Surfer, Skater, Sonnenanbeter, Fitnessfreaks, Lebenskünstler, Influencer und jene die es noch werden wollen, fröhnen hier ihrer jeweiligen Leidenschaft.

Südlich des Strandes befindet sich der Bondi Icebergs Club  mit dem dazugehörigen Bondi Icebergs Pool. Wer in den Club aufgenommen werden will, muss fünf Jahre lang jeden Sonntag und bei jedem Wetter im Pool schwimmen. Auch im australischen Winter, wo die Temperaturen in Sydney immerhin unter die 10 Grad Marke sinken können. Dir reicht es aber eine Runde im Pool zu schwimmen und dies wird dir, nach zahlen des Eintrittspreises von 6 AUD, auch gestattet.

Wem der hohe Wellengang nicht ganz geheuer ist, der kann im Bondi Icebergs Pool ganz entspannt seine Runden ziehen

Von Bondi nach Clovelly

Hinter den Bondi Icebergs Pool beginnt ein 3,5 Kilometer langer Küstenwanderweg. Da du motiviert bist heute noch etwas für deine Figur zu tun, nimmst du diesen auch in Angriff. Gleich zu Beginn musst du einige steile in den Feld gehauene Treppen bewältigen, doch als du am Mackenzie´s Point ankommst, weißt du ganz genau, dass sich diese Mühen gelohnt haben. Der Panoramablick über die Steilküste ist einfach zu pitoresk um wahr zu sein.

Nirgendwo ist die Natur in Sydney schöner als an der Küste zwischen Bondi und Bronte

Nun geht der Weg gerade aus, an den Klippenvorsprüngen entlang und du saugst die Schönheit der Landschaft ein, wie die Luft zum Atmen. Bald kommst du beim Tamarama Beach an, der wunderschön zwischen den Felswänden eingebettet in einer malerischen Bucht liegt.
Beim Anblick dieses Strandes gibt es wirklich nichts auszusetzen – goldgelber feiner Sand, blaues Wasser und weißer Meerschaum, der mit den Wellen angespühlt wird.  Alle Menschen um dich scheinen jung und gut gelaunt zu sein und du weißt sofort: Hier willst du bleiben. Naja, ein paar Meter weiter in die Strandbar gehst du schon noch. Dort genehmigst du dir ein Fünf-Sterne-Menü, bestehend aus einem Schinken-Käse-Toast, einem grünen Smoothie und einem Blaubeermuffin und genießt den Blick auf den Strand, während aus den Lautsprecher hinter dir Reggaetonmusik erklingt. Gelobt sei das süße Leben.

Der Tamarama Beach
Stärkung in der Strandbar
Badefreuden

Schließlich gehst du doch weiter und kommst gleich ein paar 100 Meter weiter am nächsten Strand vorbei, dem Bronte Beach. Doch nun genügt es dir einen Blick darauf zu verwerfen, da es schön langsam auch spät wird und du für heute genug vom Baden und Sonnen hast. Am alten Waverley Friedhof vorbei führt dein Weg  über den Burrow Park zum Clovelly Beach. Dieser Strand macht leider gar keinen hübschen und saubern Eindruck und dich ekelt es direkt davor, hier ins Wasser zu gehen. So lässt du diesen Fleck schnurstracks hinter dir und steigst in den nächsten Bus Richtung Circular Quay.

Bronte Beach

Asiatisch genießen in Chinatown

Neben Menschen europaischer Abstammung prägen hauptsächlich Asiaten das Straßenbild Sydneys. Und natürlich auch die australische Küche. Wahrscheinlich kannst du nirgendwo außerhalb Asiens besser asiatisch speisen, als in Sydney. Das Epizentrum der Gaumenfreuden und der asiatischen Kultur befindet sich rund um die Sussex Street und wird umgangssprachlich schön passend China Town genannt. Und genau dahin zieht es dich zum Abendessen.

Von der Bahnstation Town Hall läufst du die Druitt Street hinab um dann nach Süden in die  Sussex Street zu biegen. Die meisten Besucher kommen so wie du zum Essen hierher. Der Name China Town führt in diesem Falle aber doch ein wenig irre, wie du feststellst. Neben Restaurants aus dem Reich der Mitte haben hier nämlich auch indonesische, japanische, malaysiche, thailändische, vietnamesische und koreanische Restaurants ihren Platz gefunden.

Das Restaurant deiner Wahl findest du in der Nähe der Kreuzung der Sussex Street mit der Goulburn Street – das malaysische Spezialitäten Restaurant Mamak Haymarket. Das Lokal wurde schon mehrfach für seine Küche ausgezeichnet und so überascht es dich nicht, dass du dich vor der Eingangtür in eine Warteschlange einreihen musst. Plätze sind hier begehrt. Durch das Fenster siehst du wie die Köche in der offenen Küche Roti zubereiten. Das ist eine malaysische Spezialität, die sehr an Pfannkuchen erinnert und mit allerhand gefüllt und serviert wird. Nachdem du einen Platz im Lokal zugewiesen bekommen hast, betstellst du auch gleich eine Variante davon und dazu noch die Curryempfehlung des Servierpersonals. Beides schmeckt sehr gut. Und sehr scharf. Aber bei heißem Wetter soll feuriges Essen ja nicht das schlechteste sein, oder?

Das malaysische Restaurant Mamak Haymarket ist berühmt für seine Roti

Wie hat dir dein Abenteuer denn nun gefallen?

Das ist die abschließende Frage, die ich als Autorin an dich habe. Natürlich ist der Artikel nur ein Ausschnitt und es gibt noch eine Vielzahl anderer Möglichkeiten seine Zeit in Sydney sinnvoll zu verbringen. Ich hoffe aber, dass ich hier einen guten Querschnitt geschafft habe und dass du jetzt so richtig Lust auf eine Reise dorthin hast.

Alle nötigen und unnötigen Informationen die du für eine solche brauchst findest du in meinem Vorgängerartikel „Sydney für Anfänger“.

Deine Claudiabella <3

 

Eine Antwort auf „Sydney erleben – eine Kennenlerntour“

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