Fructose-Intoleranz: Jeder Dritte ist betroffen

Manchmal kommt es ganz anders als erwartet. Ein Beispiel dafür? Seit einigen Jahren leide ich verstärkt unter einem stark aufgeblähten Bauch und an Verdauungsstörungen. Diese Symptome führte ich immer auf eine Glutenunverträglichkeit zurück. Schließlich findet man zu diesem Thema zahlreiche Artikel, online und in Zeitschriften. Aus diesem Grund habe ich versucht, das Gluten aus meinem Alltag zu streichen und stattdessen auf glutenfreie Produkte zurückzugreifen. Allerdings wurden meine Beschwerden dadurch nicht wirklich besser.

Besonders schlimm fand ich meinen Blähbauch im Sommer. Dann wenn jeder knappe Kleidung trägt und man am Wasser seinen Bikini auspackt. Nachdem ich schon mehrmals gefragt wurde, ob ich denn schwanger sei, lautete mein Credo für den Sommer: Wenn du viel in der Öffentlichkeit unterwegs bist, isst du so wenig wie nur möglich. An Strand- oder Seetagen habe ich in den letzten Jahren meistens bis zum Abend gar nichts gegessen.

Diagnose Fructose-Intoleranz

Schließlich besuchte ich vor kurzem eine Osteopathin, die auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten spezialisiert ist. Bei der Testung musste ich mich auf den Rücken legen und das rechte Bein anwinkeln. Danach bekam ich nach der Reihe Proben von verschiedenen Allergenen auf die Zunge. Beispielsweise ein paar Körnchen Mehl oder ein paar Körnchen Nüsse. Bei jeder Probe musste ich versuchen meinen rechten Fuß zum Körper zu ziehen, während die Osteopathin ihn in die entgegengesetzte Richtung, also zum Boden drückte. War sie stärker, war ich gegen das Allergen auf meiner Zunge intolerant. Meistens war ich stärker. Nur bei Fructose gab mein Fuß plötzlich komplett nach und hatte gar keine Kraft mehr.

Bei einer Fructose-Intoleranz muss man auf seine Ernährung achten. Aber keine Sorge, Kaffee ist erlaubt.

Symptome und Verbreitung

Ich habe nun also eine, von einer Osteopathin diagnostizierte, Fructose-Intoleranz. Je mehr ich mich auch mit den Symptomen einer solchen befasst habe, desto sicherer war ich mir, dass sie bei mir tatsächlich der Fall sein könnte. Schließlich bin ich von jedem einzelnen der folgenden Symptome betroffen:

  • Durchfall und Verstopfungen im Wechsel
  • Blähungen und ein sehr stark aufgeblähter Bauch
  • Laute Magen- und Darmgeräusche
  • Mundgeruch
  • Kopfschmerzen
  • Rissige Nägel
  • Akne
  • Gerötete und fade Haut
  • Müdigkeit
  • Gelenkschmerzen
  • Niedrige Eisenwerte
  • Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit
  • Panikattacken
  • Heißhungerattacken
  • Permanenter Appetit auf Süßes

Übrigens leidet jeder dritte Erwachsene in Deutschland an einer Fructose-Intoleranz, also einer Unverträglichkeit von Fruchtzucker. Dabei können Betroffene, die zu den Kohlenhydraten gehörende Fructose, gar nicht oder nicht ausreichend verwerten, so dass das Verdauungssystem nachhaltig gestört wird. Begünstigt wird diese Unverträglichkeit durch die großen Mengen an künstlich hergestellter Fructose in verarbeiteten Lebensmitteln.

Ursachen für eine Fructose-Intoleranz

Die häufigste Form der Fructose-Intoleranz ist die Fructose-Malabsorption. Diese ist nicht genetisch bedingt, sondern die Folge eine Störung innerhalb des Dünndarms. Dort sorgt im Normalfall ein Enzym dafür, dass Fructose in die Darmzellen gelangen und von dort aus weitertransportiert werden kann. Im Falle einer Fructose-Malabsorption arbeitet das Enzym jedoch nicht richtig und ein Teil des Zuckers gelangt in den Dickdarm. Dort wird er dann in die Gase Kohlenstoffdioxid, Methan und Wasserstoff zerlegt, die für Blähungen sorgen und unangenehm riechen. Durch diesen unnatürlichen Prozess verändert sich längerfristig auch die Darmflora und es kommt zu einem Mangel an Folsäure, Zink und der Aminosäure Tryptophan. Letztere ist für den Hormonhaushalt verantwortlich. Tryptophanmangel führt zu Depressionen, Schlafstörungen, Ermüdungserscheinungen und Stimmungsschwankungen.

Im Falle der Fructose-Malabsorption reagiert der Körper also nicht allergisch auf Fructose, sondern kann diese nur schlecht verwerten. Deshalb sollten Betroffene Fruchtzucker nur gewisse Mengen aufnehmen. Würde man die Fructose nämlich komplett aus dem Leben streichen, hätte das entsprechende Enzym im Darm gar nicht mehr zu tun und könnte irgendwann ganz verschwinden. Dann würde der Körper schon bei sehr geringen Mengen an Fruchtzucker überreagieren.

Zusammensetzung der Fructose-Diät

Ob man einer Osteopathin trauen kann? Das kann ich nicht zu hundert Prozent sagen, aber man kann immer den Selbstversuch wagen und testen, ob es einem mit einer Diät besser geht. Die folgenden Lebensmittel kann ich bei der Fructose-Diät problemlos essen:

Gemüse, Zuckermelone, Papaya, Pilze, Nüsse, Kartoffel, Reis, Mais, Buchweizen, Polenta, Hirse, normales Sauerteigbrot, Nudeln, Fisch, Eier, Fleisch, Milchprodukte, Apfel- und Reisessig, grüner Tee und ungesüßter Kaffee.

Diese Obstsorten sind bei der Diät auch erlaubt, allerdings nur bis zu einer Portionsgröße von 150 Gramm: Avocados, Limetten, Rhabarber, Mandarinen, Bananen, Wassermelonen und Beeren.

Gemüse, Getreide und Tofu werden, unverarbeitet und frisch zubereitet, bei einer Fructose-Intoleranz gut vertragen.

Nicht erlaubt sind: Obstsorten mit hohem Fructose-Gehalt (Äpfel, Birnen, Weintrauben, Kiwi, Kirschen, Zwetschgen, Marillen, Pfirsich), Trockenfrüchte, Honig, Milchprodukte mit Fruchtanteil, Süßigkeiten aller Art, Backwaren, Marmeladen, Fruchtsäfte, Limonaden, Saucen, Ketchup, Dressings, Mayonnaise, Wurst, Essig, Fertigmüslis, Produkte mit dem Inhaltsstoff „modifizierte Stärke“ oder „resistente Stärke“ und Wein.

Tabu sind handelsübliche Backwaren (enthalten Zusatzstoffe und künstliche Süßungsmittel), Honig, fertige Müslis und Säfte.

Mein erstes Resümee

Eine Fructose-Intoleranz ist im Erwachsenenalter häufig nicht mehr heilbar. Die Symptome bekommt man mit einer entsprechenden Diät allerdings gut in Griff. Das geht bei den akuten Beschwerden auch relativ rasch. Nach etwa einer Woche hat sich mein Bauchumfang deutlich reduziert und ich hatte an keinem einzigen Tag Blähungen. Normalerweise habe ich die nämlich fast an jedem Abend. Meine Verdauung funktioniert problemlos und Magenkrämpfe sind ausgeblieben. Auch mit Heißhungerattacken hatte ich nie zu kämpfen und ich fühle mich eigentlich ziemlich gut, motiviert und fit. Ich bin gespannt, ob ich durch die Ernährungsumstellung auch meine brüchigen Nägel und Stimmungsschwankungen in den Griff bekommen kann.

Da bei der Fructose-Diät sehr viele sehr ungesunde Lebensmittel wegfallen, ist sie meiner Meinung nach sehr empfehlenswert. Viel Zucker und viele Fertigprodukte sind schließlich auch Auslöser für eine ganze Reihe anderer Krankheiten.

Mehr zum Thema Ernährung findest du unter der Rubrik „Meine Fitness„.

Deine Claudiabella <3

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