Ein Ausflug in die Dolomitenregion Drei Zinnen

Die Alpen sind meine Heimat. Hier bin ich aufgewachsen, hier lebe ich und erfreue mich täglich der Schönheit der Berge und schätze es, ihre versteckten Schätze zu entdecken. Hier lernt man sich selbst, einer launischen, teils rauen teils sanften Natur ausgesetzt,  noch einmal neu kennen. Und hat jede Sekunde die Chance, Zeuge eines besonderen Schauspiels der selben zu werden.
Diese Lust am Erlebnis, führt mich immer wieder zu wundervollen neuen Orten innerhalb diesen, für das Bild Europas in der Welt so prägenden, Gebirgszuges. So fand ich mich am letzten Wochenende in der Dolomitenregion Drei Zinnen  in Südtirol wieder und verliebte mich, trotz des wechselhaften Herbstwetters, in ihren Zauber.

Immer einen Besuch wert  

Ist diese Region durch alle Jahreszeiten hinweg. Ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter – für jede Saison hat sich die Natur etwas besonderes einfallen lassen. Während du im Frühjahr über Wiesen voll von Alpenrosen wanderst, erkundest du im Sommer urige Almen, bewunderst das Farbenspiel des Laubes im Herbst und genießt im Winter die Stille im Schatten der imposanten Gipfel. Die Highlights bleiben im Gegensatz dazu immer die Selben: Die Gipfel der Drei Zinnen, Wahrzeichen der gesamten Region und UNESCO Weltnaturerbe und die pittoresken Bergseen. In leuchtendem Smaragdgrün warten der Pragser Wildsee, der Toblacher See, der Antholzer See und der Misurina See nur darauf dich zu verzaubern.

Für die Anreise wählte ich, die für mich praktischte, Route  zuerst über Lienz in Osttirol und Innichen bis nach Toblach. Du kannst aber auch bequem über den Brenner, und dann weiter über Mühlbach und Bruneck, in die Region gelangen. Dort findest du ein breites Spektrum an Möglichkeiten vor, um die Umgebung zu erkunden oder dich sportlich zu betätigen. Vielleicht bist du ja ein begeistert Mountainbiker oder Wanderer, vielleicht möchtest du aber auch nur die Landschaft genießen und Zeit in den Bergen verbringen, so wie ich.  In jedem Fall ist bei den abwechslungsreichen Ausflugszielen der Region auch etwas für dich dabei. Mit einigen davon möchte ich dich nun bekannt machen.

Paddeln am Pragser Wildsee

Dieses Juwel unter den Bergseen, hat es, durch eine Dauerpräsenz in den sozialen Netzwerken, zu einiger Berühmtheit gebracht. Zu Recht wie ich finde.  Das Wasser des Sees leuchtet wie Millionen von Smaragden und auf der Oberfläche spiegelt sich das Bergmassiv des imposanten Seekofels. Der bei Bergsteigern sehr beliebte Gipfel dieses Berges nennt sich „Sass dla Porta„, zu deutsch Torberg. Diese Bezeichnung ruht von einer Legende her. Nach dieser soll sich am Fuße des Berges, also am Südende des Pragser Wildsees , der Eingang zur Unterwelt befinden.


Seinen Siegeszug in der irdischen Welt begann der See, dessen Entstehung auf einen Murenabgang zurückzuführen ist, übrigens als Drehort der italienischen Fernsehserie „Un passo dal cielo“. Auch bei meinem Besuch fanden vor Ort Dreharbeiten statt.

Gleich vor dem Gasthaus Pragser Wildsee befindet sich ein Parkplatz. Von dort sind es dann nur noch ein paar Meter bis zum See. Aber Achtung, wenn du die gratis Parkzeit von einer Stunde überschreitest, wird es schnell teuer.
Am Gasthaus vorbei startest du deine Erkundungstour. Wahrscheinlich würdest du am liebsten gleich einen Sprung in das herrliche grünblaue Wasser wagen. Doch ob der fast 1500 Meter Höhe, auf der du dich jetzt befindest, überlegst du dir das lieber noch. Seen in dieser Höhe zeichnen sich ja auch immer Sommer nicht gerade durch Badewannentemperatur aus. Dafür befindet sich gleich zu Beginn ein Bootsverleih auf einem Pfahlbau am See. In einem der urigen Holzbooten lässt sich das Gewässer ganz bequem erpaddeln. Und normalerweise bleibst du so garantiert im Trockenen. Allerdings solltest du, falls du abergläubisch bist, das Südende des Sees eher meiden. Angeblich sollen jene, die diesen Ort per Boot besuchen, direkt in die Unterwelt gesogen werden.

Wenn du dir die 18 Euro für eine Stunde paddeln lieber sparen willst, bietet sich der einfach Rundwanderweg an, um die „Perle der Dolomitenseen“ in all ihrer Schönheit zu entdecken. Auch ungeübte Wanderer schaffen den Weg in etwa 1,5 Stunden. An einem der vielen Plätze am Ufer, die zum Verweilen einladen, breitest du deine Picknickkorb aus und genießt dein Frühstück im Schatten der tiefgrünen Bäume.

Sich im Käseparadies verlieren

Bei der Hin- und Rückfahrt zum Pragser Wildsee kommst du am kleinen Ort Toblach nicht vorbei. Und Käseliebhaber bleiben dort so oder so stehen. Denn auf sie wartet dort der pure Käsehimmel.

Auch du überlegst wahrscheinlich nicht lange und findest dich auf dem Parkplatz vor dem gelben Gebäude ein auf welchem, schon von weitem lesbar, die Aufschrift „Schaukäserei Drei Zinnen -Tre Cime“ brangt. Gleich links nach dem Eingang befindet sich ein hübscher kleiner Laden, der allerhand regionale Produkte führt. Tiroler Schüttelbrot, Bauernspeck, Hirschsalmi, Trockenwurst und Bresola. Hier füllst du deine Nahrungsvorräte ordentlich auf. Dabei bist du erst einige Schritte weit gekommen und noch gar nicht bis zur Käsetheke vorgedrungen. Dort angekommen, will dir die freundliche Bedienung gleich das ganze hauseigene Sortiment zum Kosten anbieten. Das umfasst rund 20 Sorten, vom Berkäse über den Butterkäse bis zum Ricotta. Und weil deine Geschmacksnerven von den vielen unterschiedlichen Aromen schon etwas verwirrt sind, nimmst du gleich von jeden ein Stück. Bei der Kasse wartet trotzdem kein Schock, denn die Preise sind absolut angemessen.

Nachdem du deinen Einkauf erledigt hast, gelangst du über eine Treppe in den ersten Strock. Dort befindet sich ein Museum, in welchem die Geschichte der Milchproduktion in der Region beleuchtet wird. Durch Glaswände sieht du hinab auf die Produktionsstätten. Hier erlebst du, je nach Tag und Uhrzeit, den Prozess von der Milch zum fertigen Produkt, hautnah mit (alle Infos über die Schaukäserei und Führungen findest du hier). Insgesamt werden hier täglich über 30.000 Liter Milch von etwa 2500 Milchkühen verarbeitet.

Jetzt geht es für dich aber ab in den Keller. Hier reifen die unterschiedlichsten Käsesorten zwischen einer Woche bis hin zu sechs Monaten, je nach Produkt. Der Geruch hier unten ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig und so ziehst du es vor wieder ans Tageslicht zu gelangen. Schließlich steht am heutigen Tag noch ein weiteres Highlight auf dem Programm.

Alpenglühen erleben am  Misurinasee

Der Weg ins Paradies ist ein beschwerlicher. In diesem Fall führt er über die kurvenreiche und enge Dolomitenstraße steil nach oben. Bis auf 1754 Meter über den Meeresspiegel. Dafür erwartet es dich dann bei deiner Ankunft, umgeben von den markanten Gipfeln der Cardinspitze, des Monte Cristallo, des Sorapis un der Drei Zinnen, in all seiner Pracht. Mit dem Anblick des Misurinasees erwartet dich gleichzeitig eines der schönsten Gebirgspanoramen der Alpen. Das Wasser kristallklar, die Luft rein, die Wälder grün, die Gipfel weiß.

Seinen Namen verdankt der See der Sagengestalt der Misurina. Die Prinzseein war die einzige Tochter des Königs Sorapis. Eines Tages traf sie auf dem Monte Christallo eine Fee, welche sich gerade in ihrem Zauberspiegel bewunderte. Der Spiegel gefiel der Prinzessin so gut, dass sie ihn unbedingt haben wollte. Da der König seine Tochter nicht traurig sehen konnte, machte er sich auf die Suche nach der Fee, um ihr den Spiegel abzukaufen. Doch diese wollte ihn nur unter einer Bedingung der Prinzessin überlassen: König Sorapis sollte sich in einen Berg verwandeln, der den welken Blumen in ihrem Garten Schatten spenden würde. Der König willigte ein. Doch in dem Moment als er sich verwandelte, fiel seine Tochter tot um. Die Tränen des trauernden Sorapis waren so unzählig, dass sie sich im Tal zu einem See sammelten.

Unter dem wachsamen Blick des Sorapis startest du deine Tour um den See. Hier kannst du wunderbar die Seele baumeln lassen und dem Alltag entfliehen. Vielleicht wirst du später auch noch über die Panorama-Mautstraße zum Fuße der Drei Zinnen wandern (alle Infos zu Wanderungen um den See findest du hier) oder auch nur eine gemütliche Bootstour über den See unternehmen.

Tipps zum Schluss

Natürlich gebe es jetzt noch viele weitere Sehenswürdigkeiten in der Region, über welche ich dir berichten könnte. Das ganze Programm ist allerdings als Tagesausfulg konzipiert. Bei längeren Aufenthalten bieten sich dann auch Tageswandertouren in die Bergwelt an. Mehr Informationen findest du auf der offiziellen Tourismusseite der Region. Hier kannst du auch nach passenden Unterkünften ausschau halten. 

Da das Wetter in den Bergen auch sehr schnell umschlagen kann, empfielt es sich, immer wieder einen Blick auf die aktuelle Vorhersage zu werfen.

Die Umgangssprache ist übrigens in den meisten Fällen Deutsch, weshalb es auch keine Verständigungsprobleme mit den Einheimischen geben sollte, sobald du dich an den Dialekt gewöhnt hast.

Weitere Italienreisetipps kannst du dir in meinen bereits erschienenen Artikeln über Friaul und Venedigs Inseln holen.

Deine Claudiabella <3

3 Antworten auf „Ein Ausflug in die Dolomitenregion Drei Zinnen“

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