Den Golf von Neapel entdecken Teil 3 – Positano

Der Golf von Neapel ist eine sehr vielfältige Region. Hier findet man Plätze, die unterschiedlicher nicht sein können. Vom Häusermeer der Metropole Neapel führte mich mein Weg über die elegante Insel Capri, das dörfliche Eiland Procida, hinauf auf den imposanten Vulkankegel des Vesuv und an die malerische Amalfiküste. Zu meinen ersten drei Zielen durftest du mich ja bereits begleiten. Im dritten und letzten Teil meiner Reihe über den Golf von Neapel nehme ich dich nun mit ins berühmte Positano an der Amalfiküste.

Auf nach Positano

Den pitoresken Ort mit seinen in den Felsen gehauenen und ineinander verschachtelten Häusern in den verschiedensten Pastellfarben erreichst du von Neapel aus am einfachsten mit einer privaten Bustour. Der Weg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist umständlich und zeichnet sich durch mehrmaliges Umsteigen aus. Auch das Autofahren an der Amalfitana ist nicht sehr zu empfehlen. Besonders in den Sommermonaten wirst du hier nirgends einen Parkplatz finden. Zudem muss das Fahren entlang der schmalen und kurvigen Küstenstraße erst einmal gelernt sein.

Tickets für private Bustouren an die Amalfiküste und zu anderen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Neapel kannst du in vielen Trafiken und Kiosken erwerben. Beispielsweise am Piazza Trieste e Trento. Dort habe ich nur gute Erfahrungen mit dem netten und hilfsbereiten Besitzer gemacht. Die Tour nach Positano und zurück kostet etwa 35 Euro. Zusteigemöglichkeiten gibt es einige innerhalb der Innenstadt. Am bequemsten ist es aber mit Sicherheit direkt gegenüber des Piazza Trieste e Trento in der Via San Carlo zuzusteigen. Alternativ bietet sich noch der Hafen Molo Beverello an.

Die Busfahrt nach Positano dauert bei einem normalen Verkehraufgebot rund zwei Stunden. Allerdings ist der Verkehr in Neapel besonders in den Morgenstunden selten „normal“ und das Fortkommen an der Amalfiküste kann im Sommer auch zu einer sehr komplizierten Aufgabe werden. Deshalb solltest du deinen Ausflug so früh wie möglich starten und eine längere Busfahrt einplanen. Aber wie sagt man so schön – die schönsten Ziele sind jene, die am schwierigsten zu erreichen sind.

Eine Fahrt entlang der Amalfiküste ist ein Augenschmaus.

Schon während deiner Fahrt an der Küste entlang wirst du verstehen, warum die Küste von Amalfi auch Costa Divinadie göttliche Küste genannt wird. Es ist die Mischung aus der unbeschreiblichen Schönheit der Steilküste, die durch malerische Orte mit bunten Häusern unterbrochen wird, dem Duft der Zitrusfrüchte, welche auf  den in den Felsen gehauenen Terassen angebaut werden, einsame Buchten und dicht bevölkerten Stränden, die das La-Dolce-Vita-Flair besser repräsentieren, als alles andere auf dieser Welt. Kurz und knapp – die Amalfiküste mit ihrer 40 Kilometer langen Küstenstraße ist DAS Italien aus dem Bilderbuch.

Wie Positano weltberühmt wurde

„Positano geht unter die Haut. Es wirkt nicht real, wenn du dort bist, und es wird verlockend real, wenn du gegangen bist.“, schrieb einst der US-amerikanische Schriftsteller John Steinbeck. 1953 kam Steinbeck nach Positano um dort für die US-amerikanische Zeitschrift Harpar’s Bazaar ein Essay über seinen Aufenthalt vor Ort zu schreiben. Der Bericht löste nach seinem Erscheinen einen wahren Boom aus. Davor ein armes Fischerdorf, wurde Positano in kürzester Zeit zu einem Sehnsuchtsort für Künstler, Filmstars und Dichter.

Über die Schönheit Positanos ließen sich viele Geschichten erzählen.

„Wenn man einen Freund besuchen will, dann läuft man nicht, sondern man klettert oder rollt“, beschrieb Steinbeck in seinen Notizen das Fortkommen in den Gassen Stadt. Und das ist wahrscheinlich auch dein erster Gedanke, wenn du oberhalb des Ortes aus dem Bus steigst. Naja, wahrscheinlich bist du zu allererst einmal hin und weg von dem Anblick Positanos mit dem vorgelagertem Stadtstrand. Die rosa-, apricot- oder cremefarbenen Häuser scheinen wie in den in den Felsen geklebt, großflächige Balkone ragen in Richtung Meer hinaus und an den Mauern ranken sich Blumen empor. Am Strand reiht sich ein bunter Sonnenschirm an den nächsten und das Meer ist eine Symphonie aus türkisen und azurblauen Nuancen.

So stellt man sich Italien vor.
Positano musst du dir erst erwandern.
Überall in Positano werden die Fassaden und Balkone von Blumen geschmückt.

Um aber wieder zum Klettern bzw. Rollen zu kommen – dahin schlendern in den Gassen ist nicht. Um den Ort zu besichtigen und dein Hauptziel, den Strand, zu erreichen, ist Treppensteigen angesagt.

Stopover im Palazzo Murat

In der Fußgängerzone, in der Nähe der Piazetta dei Mulini, findest du den Palazzo Murat. Der alterwürdige Stadtpalast im Stile des neapolitanischen Barocks, war Anfang des 19. Jahrhunderts die Sommerresidenz von Gioacchino Murat. Der Schwager von Napoleon wurde 1808 zum König von Neapel gekrönt und verliebte sich während seines Besuchs in Positano so sehr in die Stadt, dass er sich dort einen Palast bauen ließ.

Die Terasse des Palazzo Murat ist ein wahre Oase im Touristenrummel.

Heute ist im Palazzo Murat ein Hotel untergebracht. Allerdings sind die Zimmer teilweise schon für über ein Jahr im voraus ausgebucht. Und wenn du dann doch noch ein freies Zimmer findest, ist der Preis mehr als stattlich. Zum Trost verfügt das Hotel aber über ein hübsches Terassencafé mit stilvoller Ausstattung. Hier findest du Ruhe von den Touristenstrom in den Gassen. Während du einen Drink schlürfst, lässt du den Blick hinauf auf den dicht bebauten Hügel Positanos schweifen und fühlst dich wahrscheinlich wie John Steinbeck, als er hier im Palazzo Murat zu Gast war.

Von hier aus kannst du ganz in Ruhe die herrlichen bunten Häuser am Hang bestaunen.
Am besten während du eine Drink genießt – Snacks inklusive.

Zitrusfieber

Zitronen sind fixer Bestandteil der regionalen Küche. Die heimischen Limoncedre (eine besonders große Zitronensorte) kann die Größe einer Melone erreichen. Kein Wunder, dass sie vielfältig verarbeitet wird. Ob Pasta, Kuchen oder Fisch – der Zitronengeschmack ist allgegenwärtig.

Und wie sagt man doch so schön – wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach Limonade draus. Und wenns noch saurer kommt, dann auch einmal Likör, oder besser gesagt Limoncello. Der Likör, mit seinem süßlich-herben Geschmack, wird aus der Zitronenschale gewonnen. Sowohl auf Capri, als auch entlang der Amalfiküste, behauptet man den Zitronenlikör erfunden zu haben. Dabei wird man nicht müde, immer wieder neue Geschichten über die Entstehung des ersten Limoncello zu kredenzen. Fest steht, dass der Geschäftsmann Massimo Canale den Begriff „Limoncello“ Anfang des 20. Jahrhunderts als Marke eintragen ließ.

Die Amalfiküste ist die Heimat der Zitronen.

Aber wie dem auch sei – fest steht, dass die knallgelbe Mixtur aus Zitronenschalen, hochprozentigem Alkohol und Zuckerwasser ein beliebtes Urlaubsmitbringsel ist und in den Läden Positanos in unzähligen Varianten angeboten wird. Besonders bei der Gestaltung der Flaschen sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Wenn du es aber bevorzugst, deinen Positanotrip nüchtern fortzusetzen, gibt es die Möglichkeit den Zitronengeschmack in Form eines Zitroneneises zu genießen. Oder du probierst das Zitronentörtchen Delizia al limoneeine lokale Spezialität aus Biskuitteig.

Aber nicht nur kulinarische Vergnügen finden sich den den Gässchen der Stadt. In den viele Boutiquen kannst du nach hübscher Mode, bequemen Lederschuhe, handbemahlten Keramikgeschirr und anderen Souvenirs und Kleinigkeiten Ausschau halten. Bekannt ist Positano außerdem für seine aktive Kunstzene, die du in zahlreichen Galerien hautnah erleben kannst.

Der Strand ist Dreh- und Angelpunkt eines jeden Positano Urlaubes.

Ab an den Strand

Ganz unten, wenn du alle Treppen und Gassen hinabgestiegen bist, wartet der der Spiaggia Grande. Der graue Vulkanstrand gehört wahrscheinlich zu den beliebtesten Fotomotiven der Welt. Von nirgendwo sonst ist der Blick auf die bunten Häuser, die sich den Berg hinauf stapeln, magischer als von hier. Das Bild perfekt machen die bunten Sonnenschirme. Der Nachteil: Du hast diese Traumkulisse natürlich nicht für dich alleine. Diese Illusion wäre doch zu schön. Besonders in der Hauptsaison verwandelt sich der Strand in einen richtigen Rummelplatz. Das wird natürlich touristisch ordentlich verwertet. Für eine Liege mit Schirm am Strand musst du etwa 25 Euro zahlen. Duschen kostet noch einmal extra. Aber irgendwie nimmt man den Preis hier gerne in Kauf. Zu verführerisch ist die Vorstellung, am berühmten Strand von Positano Platz zu nehmen.

Eine Liege mit Schirm ist Pflicht – aber auch teuer.
Beachbars locken mit leckeren Drinks.

Ganz wichtig für den Strand von Positano sind, neben einer gut gefüllten Brieftasche und einer Kamera, Badeschuhe. Denn der graue Kies heizt sich unter der italienischen Sonne ganz schön auf. Wahrscheinlich könntest du die kleinen Steinchen zum Grillen verwenden, so heiß wie sie sind. Ohne passendes Schuhwerk sind hier Verbrennungen vorprogrammiert.

Jetzt am Strand bist du bei der Essenz eines jeden Positanourlaubes angekommen, dem süßen Nichtun. Der Himmel, das Meer und der einzigartige Flair dieser Stadt bilden eine einzigartige Symphonie, die dich so schnell nicht mehr loslassen will.

Aufpassen heißt es am Strand – der Kies ist brennheiß.

Tipps zum Schluss

Während der Monate Juli und August solltest du die Amalfiküste eher meiden. Besonders um den Feiertag Ferragosto (15. August) steigen die Preise enorm an.

Im Frühjahr und Herbst ist Positano zudem der perfekte Ausgangspunkt für Wanderungen. Besonders bekannt ist die Route Weg der Götter„. Infos dazu kannst du dir hier holen.

Mehr generelle Infos zu Positano findest du auf der ofiziellen Tourismusseite des Ortes!

In meinen ersten beiden Artikel über Neapel und die vorgelagerten Inseln Capri und Procida findest du mehr Urlaubstipps für den Golf von Neapel.

Deine Claudiabella >3

Eine Antwort auf „Den Golf von Neapel entdecken Teil 3 – Positano“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.